Ortsteile: Markt Dietenhofen

Direktzum Inhalt springen, zur Suchseite, zum Inhaltsverzeichnis, zur Barrierefreiheitserklärung, eine Barriere melden,

Ortsteile

Adelmannsdorf

Einwohnerzahl: 143

Im Jahre 1342 wird ein Adelmannsdorf (= zum Dorf eines Adalman) erwähnt, das dann jedoch bereits ab 1398 den jetzigen Namen Adelmannsdorf führt. Hier soll sich einmal ein altes Steinkreuz (Schäferkreuz) gegenüber der Gastwirtschaft in einem Steinhaufen befunden haben. Schenkt man mündlichen Überlieferungen Glauben, so war eines der Anwesen ein Schlosshof bzw. ein Herrenhaus; wobei allerdings zu bedenken ist, dass früher im Volksmund von besonderen Gebäuden als Schlösschen gesprochen wurde. Auch in Adelmannsdorf blieb die Schönheit des Methlachgrundes nicht lange unentdeckt. Auf dem Südhang oberhalb des Ortes entstand eine Wohnsiedlung, deren Bewohner überwiegend aus dem Großraum Nürnberg zugezogen sind. Ab dem Jahr 2005 wurden Kanalbaumaßnahmen durchgeführt und nach deren Abschluss, die sich in einem sehr schlechten Zustand befindliche Ortsdurchfahrt grundlegend erneuert.

Andorf

Einwohnerzahl: 118

Der Ort, an der die grundlegend umgebaute Staatsstraße Ansbach - Neustadt/Aisch die Bibert überquert, feierte im Jahr 1984 unter großem Anteil der Bevölkerung seine 750-Jahrfeier. Es tritt in den Urkunden als "Anindorf" auf, was bedeutet "zu dem Dorfe eines Arno oder Anin". Eine bewaldete Berghöhe nordöstlich von Andorf führt den Namen "Burgstall". Diese Tatsache wie auch Reste von Bodenspuren lassen darauf schließen, dass hier eine Burganlage gestanden hat. Auch geografisch gesehen war diese Anlage sinnvoll gewählt - sie hatte einen guten Überblick über das Tal erlaubt und von hier aus konnte gleichzeitig die "Hochstraße" Nürnberg - Rothenburg kontrolliert werden.
Tatsache ist allerdings - laut Pfarrbeschreibung von Unternbibert, dass in Andorf eine Kapelle gewesen ist, in der Pfarrer Beck 1822 das letzte Mal gepredigt hat. Auch von dieser Kapelle ist lediglich noch der ehemalige Standort bekannt. Von der Eisenbahnlinie, deren Endpunkt Andorf bis 1971 darstellte, ist heute noch der Biberttalradweg auf der alten Bahntrasse geblieben. Neben dem alten Bahnhofsgebäude und dem ehemaligen Lokschuppen, der heute einen modernen Kfz-Betrieb beherbergt, erinnern noch einige Eisenbahnerhäuser an die einstige Schienenanbindung nach Nürnberg. Die Mühle im Ort soll im Mittelalter der einzige Handwerksbetrieb in Andorf gewesen sein. Nach zwei Bränden in den Jahren 1914 und 1928 stellte die stets wiedererbaute Mühle 1966 ihren Betrieb ein. Auch in Andorf haben sich - ähnlich wie in Höfen - die "Wochenendler" anlocken  und  an einem sonnigen Hang eine kleine Siedlung entstehen lassen. Im Jahr 2002 wurde die Umgehungsstraße (Staatsstraße 2255) fertiggestellt, wodurch der Ort durch die Verkehrsentlastung sehr profitiert. Nach den  Kanalbaumaßnahmen wurde im Jahr 2003 eine Neugestaltung der Ortsstraßen im Rahmen der Flurbereinigung/Dorferneuerung vorgenommen. Seit vielen Jahren ist der Ort an Pfingsten Ziel zahlreicher Besucher aus Nah und Fern, um das dreitätige "Biberttal-Festival" gemeinsam zu feiern.

Dietenholz

Einwohnerzahl: 29

Der Weiler liegt am südlichen Waldrand des Hardter Forstes (großes Waldgebiet von Andorf - Seubersdorf). Von der Lage her ist deshalb auch die Namensgebung einleuchtend, die soviel bedeutet wie "zu dem Wald eines Deoto oder Dieto". Die erste Erwähnung von Dietenholz stammt aus dem Jahre 1333 wo man es als Dientholz bezeichnet hat. Bestand der Ort in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts aus nur einem Hof, so hat sich dort bis heute moderne Landwirtschaft entwickelt und erhalten. Im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens wurde im Jahr 2014 die Dorferneuerungsmaßnahmen und Sanierungsarbeiten der Ortsdurchfahrten fertiggestellt.

Ebersdorf

Einwohnerzahl: 156

Dieser am Biberttalradweg liegende Ortsteil kann mit Stolz heute noch relativ viele schöne alte Fachwerkhäuser ausweisen. Während sich die Eltern des 1389 erstmals urkundlich erwähnten Ortes (zu den Weilern eines Eberhard) stärken, können sich die Kinder auf dem naheliegenden Spielplatz vergnügen. Zahlreiche Häuser wurden in den letzten Jahren im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt gelungen renoviert. An Ostern ist der von einer äußerst engagierten Dorfgemeinschaft liebevoll geschmückte Osterbrunnen am Dorfplatz eine Augenweide und Ziel vieler Ausflügler. 

Frickendorf

Einwohnerzahl: 40

Durch den ehemaligen Bahnhof "Unternbibert-Rügland" mit Andorf verbunden, liegt der westlichste und bis 1976 zur Gemeinde Unternbibert gehörende Gemeindeteil. Im Jahr 2002 konnte die neue Ortsumgehung eingeweiht werden, so dass der ständig wachsende Verkehr auf der Staatsstraße Ansbach - Neustadt/Aisch Frickendorf nun umfährt. Außerdem wurde der Ortsteil -zusammen mit Andorf- an die Kläranlage Dietenhofen angeschlossen und im Rahmen der Flurbereinigung/Dorferneuerung eine gelungene Umgestaltung der Ortschaft vorgenommen.
1932 fand ein Landwirt in Frickendorf Teile einer Grabanlage, dabei auch einen silbernen Schläfenring. Man nimmt an, dass es sich hierbei um ein slawisches Grab handelt, das evtl. aus dem 9. Jahrhundert stammt. In diesem Zeitraum siedelte nämlich Karl der Große in der Ansbacher Gegend Slawen an. Ein "Pestkreuz" steht heute noch am Wegesrand über der Ortschaft.

Götteldorf

Einwohnerzahl: 135

Ein Kirchdorf, das 1265 als Gotelndorf erstmals urkundlich erwähnt wird und ab 1496 Götteldorf genannt wird. Der Name wird als "zum Dorf des Godilo" gedeutet und es setzte sich in der Schriftsprache die Schreibweise mit -tt- durch, zur Unterscheidung zu Göddelsdorf. Götteldorf war seit dem Jahre 1625 im Besitz einer einklassigen Volksschule, deren erster Lehrer Hans Neubronner war. Bis 1954 war sie im alten Schulhaus untergebracht, dann konnte der Schulhausneubau bezogen werden. Hierin schuf der damalige Lehrer Gläser ein 1,50 x 1,60 Meter großes Wandbild, das den Kindern in bunter und anschaulicher Form die Heimat und die Heimatgeschichte näher brachte. Etwas versteckt, abseits von der Durchgangsstraße, findet man den Gumbertusbrunnen. Gumbertus - ein irischer Mönch und Ansbacher Klostergründer - christianisierte und taufte Mitte des 8. Jahrhunderts in dieser Gegend. Für frisches Blut sorgten nach 1650 die Exulanten. Namen wie Stürzenhofecker, Redlingshöfer, Höfling und Husneter erinnern an diese Zeit. Niemand kann aber sagen, er kenne Götteldorf, wenn er sich nicht mit der Dietenhofener Filialkirche, der St. Leonhards-Kirche befasst hat. Sie steht am westlichen Talabhang über dem Ort, war mit ziemlicher Sicherheit der einzige Steinbau im Dorf und diente der Verteidigung. Der Turm war der letzte Zufluchtsort und ist nur über den Dachboden erreichbar. Die Bauform steht zwischen Romanik und Gotik und man rechnet den Kirchenbau dem 13. Jahrhundert zu. Am Turm findet man an der Ostseite des Erdgeschosses das Brandenburgische Wappen, während auf dem Türsturz des Außeneingangs der Sakristei das Leonrodsche Wappen mit der Jahreszahl 1584 angebracht ist. In ihrem Innern verbirgt das Kirchlein wahre Kunstschätze, beispielsweise den spätgotischen Marienaltar. Die ehemalige Gemeinde Götteldorf war mit ihrem einzigen Gemeindeteil Methlach am 01.05.1978 die letzte Gemeinde, die im Rahmen der Gebietsreform in den Markt Dietenhofen eingemeindet wurde. 

Haunoldshofen

Einwohnerzahl: 41

Inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen gelegen, besteht dieses verträumte ruhige Dörfchen aus 4 Höfen (die wenig mehr mit den "Höfen des Hunolt" zu tun haben, von dessen Haunoldshofen seinen Namen ableitet) und wenigen Wohnhäusern. Es wurde 1169 urkundlich erwähnt und zwar als Hunolteshouen. Am nördlichen Ortsrand von Haunoldshofen verlief die ehemalige Grenze zwischen dem Markgrafentum Ansbach und Bayreuth. Am westlichen Ortsrand befindet sich die große Vereinsanlage des Geflügelzuchtvereins Dietenhofen.  Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde  die Ortschaft an die Fernwasserversorgung sowie an das Kanalnetz angeschlossen und im Rahmen der Dorferneuerung verschönert worden.

Herpersdorf

Einwohnerzahl: 140

Im Jahre 1137 wird der Ort als "Herphridesdorf" erstmals erwähnt. Dieser Name unterlag vielen Wandlungen wie "Herppffersdorf" bis zuletzt eben Herpersdorf. 1402 erscheint dann Herpersdorf unter den zu dem Kloster Heilsbronn zählenden Orten. Daneben gibt es eine andere Version, die besagt, dass Herpersdorf abgeleitet wird von "Gerbotendorf" (der Zusammenhang ist hier aber nicht geklärt). Noch steht mitten in Herpersdorf die Zehntscheune, in der der Zehnt eingesammelt und nach Heilsbronn abgeführt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg aufgestockt, teilen sie sich nun 3 Besitzer. Flurnamen wie "Hirtenacker", "Neuwiesen", "bei den Sauweisen" deuten heute noch auf die Tätigkeit eines Dorfhirten hin. Dessen Unterkunft befand sich mitten im Dorf, im sogenannten "Hirtenhaus", das anfangs der 60er Jahre abgerissen und zu Feuerwehrzwecken neu erstellt wurde. 1983 wurde dann in Eigenleistung der Herpersdorfer Feuerwehr der Dachstuhl abgetragen und der Bau aufgestockt. Dabei kam zugute, dass in Herpersdorf die verschiedensten Berufsrichtungen, wenn auch nicht eigenständig, vorhanden sind. Doch das scheint eigentlich immer schon so gewesen zu sein. Seit 1157 existierte nämlich eine Getreidemühle, die erst 1971 ihren Betrieb einstellte, eine Gaststätte, die 1983 schloss sowie zahlreiche Handwerker. In diesem Zeitraum gab es auch am Ortsrand in Richtung Oberschlauersbach ein Brech- und ein Darrehaus. In der Darre wurde der Flachs gedörrt und im nebenstehenden Brechhaus gebrochen. 1918 wurden jedoch beide Gebäude abgerissen und ihre Steine sollen zum Bau der Bibertbrücke verwendet worden sein. Auch in Herpersdorf haben nach 1650 Exulanten eine neue Heimat gefunden. 1907 wurde ein Schulhaus gebaut, das die Schüler von Herpersdorf, Lentersdorf, Rothleiten und Oberschlauersbach bis in die 1960er Jahre beherbergte. Nach dem Kanalanschluss im Jahr 1990 wurden auch in Herpersdorf die Ortsstraßen saniert.

Höfen

Einwohnerzahl: 25

Dieser Ortsteil soll an einer Altstraße, die eine direkte Verbindung zwischen Dietenhofen und Ansbach darstellte, gelegen sein. Von Dietenhofen am Höfener Weg entlang, am "Erlweiherla" vorbei, führte der Weg über Höfen und von dort Richtung Thierbach. Der Wanderer, der in diesem Talgrund dem Bächlein folgt, stößt nach kurzer Zeit auf eine kleine Steinbrücke und eine mit Steinen ausgelegte Furt. Vielleicht lässt sich mit diesem Verbindungsweg und der guten "Pfründe" erklären, dass der Ortsteil Höfen heute noch zur Pfarrei Dietenhofen gehört, während die bachaufwärts wohnenden Adelmannsdorfer an Höfen vorbei in die Kirche nach Warzfelden gehen. Nach dem Kanalanschluss im Jahr 2002 erfolgte auch die Sanierung der Ortsstraße im Rahmen der Dorferneuerung.

Hörleinsdorf

Einwohnerzahl: 20

Im Jahre 1249 erwarb auch hier, wie in anderen Gemeindeteilen, das Kloster Heilsbronn 4 Höfe, die dann jedoch zum 30-jährigen Krieg, wie viele andere Ortschaften, vorübergehend völlig verödeten. Der idyllisch gelegene Gemeindeteil der ehemaligen Gemeinde Kehlmünz im Tal des Triebenbaches wurde am 01.07.1972 dem Markt Dietenhofen zugeschlagen. Nach dem Kanalbau und dem Verlegen einer neuen Wasserleitung wurden 2001/02 auch die Ortsstraßen saniert.

Kehlmünz

Einwohnerzahl: 37

Dies ist der einzige Ort des alten Landkreises Ansbach, der einen vordeutschen - einen keltischen Namen führt. Dieser wird folgendermaßen gedeutet: "Bei dem Schutz- oder Fluchtberg". Man nimmt an, dass in der Hallstattzeit (850 - 550 v. Chr.) in dieser dicht bewaldeten und fast nicht besiedelten Gegend der Fluchtberg Kehlmünz lag. Es ist damit zu rechnen, dass dieses Gebiet seit diesem Zeitraum ununterbrochen besiedelt war. Ab 1138 war Kehlmünz ein Reichsort der Hohenstaufen, 1235 ging es in den Besitz des Klosters Heilsbronn über, das dort noch weitere 4 Höfe erwarb. An die Zeit des 18. Jahrhunderts erinnert eine Zwei-Bogenbrücke, die sich über die Haslach schwingt. Am alten Mühlhaus ist noch deutlich das Wappen erkennbar, mit der Jahreszahl 1806. Die Ortschaft wurde mittlerweile an die Zentralkläranlage angeschlossen sowie im Rahmen der Flurbereinigung eine Dorferneuerung durchgeführt.

Kleinhabersdorf

Einwohnerzahl: 66

Obwohl sich die Ortschaften Klein- und Großhabersdorf nur durch die Vorsilben unterscheiden, konnte bislang ein geschichtlicher Bezug beider Orte zueinander nicht nachgewiesen werden. Die jüngere der beiden ist jedenfalls Kleinhabersdorf, da es erst 1342 als "Hadmarsdorf" auftaucht. Gehörte Kleinhabersdorf zum Klosterbesitz Heilsbronn, so besaß dieses dort allerdings nur ein Anwesen. Kleinhabersdorf ist nicht nur Ausgangspunkt für idyllische Wanderungen durch den Staatswald; man sollte es auch nicht versäumen, dem nahegelegenen Sportflugplatz - der alljährlich durch seinen Flugtag von sich reden macht - einen Besuch abzustatten. Ein Teil dieses Flugplatzes gehört noch zur Dietenhofener Gemeindeflur. Die Anlage selbst wird vom Aero-Club Ansbach betrieben. In Kleinhabersdorf wurden nach dem Kanalbau im Rahmen der Dorferneuerung nicht nur die Straße saniert, sondern auch ein idyllischer Dorfweiher angelegt und ein neues Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus errichtet.

Kleinhaslach

Einwohnerzahl: 229

So ähnlich dürfte auch der Ortsname zu deuten sein -"die Siedlung an der Haslach". Kleinhaslach wurde erstmals 1233 als "Blindenhasela" urkundlich erwähnt. Man deutet dieses "blind" als "versteckt daliegend", erst 1302 taucht die Ortsbezeichnung Kleinhaslach in einer Kaufurkunde auf. Mit zu den ältesten Kirchen dieser Gegend zählt die St. Martinskirche, die nach H. Weigel die Seelsorgerkirche eines fränkischen Krongutes des 10. Jahrhunderts war. Der heilige Martin war der Lieblingsheilige der fränkischen Könige. Stand die Kirche anfangs allein, scharten sich im Laufe der Zeit einige Häuser herum. Dass sich Kleinhaslach nicht in stärkerem Maße entwickeln konnte, wird der Hochstraße zugeschrieben, die nördlich von Dietenhofen vorbeiführte und damit zu dessen verstärktem Wachstum beitrug. Bis zur Reformationszeit war die St. Martinskirche Filialkirche von Großhaslach, später von Dietenhofen. Stolz berichten die Kleinhaslacher von ihrem Kaplan und Frühmesser Hiller, der 1520 in dieser Gegend als erster Geistlicher die "Neue Lehre" verbreitete. Im Jahre 1842 wurde Kleinhaslach zur selbstständigen Pfarrei erhoben und hat auch heute noch ihren eigenen Pfarrer, der noch gleichzeitig Warzfelden mit betreut. Es lohnt sich, diese Kirche, die sowohl romanische, gotische als auch barocke Elemente erhält, zu besuchen. Ein Kleinod stellt vor allem der Barockaltar aus dem Jahre 1766 dar. Unweit Kleinhaslachs - an der alten Kreisstraße nach Dietenhofen folgend- stand ehemals eine Kapelle. Sie war dem heiligen St. Gratius geweiht (es tauchen auch andere Schreibweisen auf, wie z.B. St. Agratius oder St. Pankratius). Wie so vieles, wurde auch sie im 30-jährigen Krieg zerstört, jedoch sollen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts noch Mauerreste sichtbar geworden sein. Aufgrund einiger geheimnisvoller Vorgänge ist diese Stelle, die sogenannte "Grätzi" noch bis in die Jetztzeit sagen umwoben. Seit einigen Jahren befindet sich am Eingang zu dieser Schlucht ein kleines Denkmal mit Verweilmöglichkeit. Am 01.07.1972 wurde die ehemalige Gemeinde Kleinhaslach als größte "Altgemeinde" in den Markt Dietenhofen eingegliedert. Die Ortschaft führt heute noch ein sehr ausgeprägtes und intaktes Gemeinde- und Vereinsleben. Im Jahr 2020 wurden die umfangreichen und äußerst gelungenen Sanierungsarbeiten der St. Martins-Kirche abgeschlossen sowie das neue Feuerwehrhaus am nördlichen Ortsrand eingeweiht.

Lentersdorf

Einwohnerzahl: 20

Seine Erwähnung geht zurück in das Jahr 1109, als das Kollegialstift St. Jakob zu Bamberg in "Lendrichsdorf" eine Hube mit aller Nutzung besaß. Später hatte auch hier das Kloster Heilsbronn Güter. Heute besteht Lentersdorf aus 3 Bauernhöfen, die alle noch Vollerwerbslandwirtschaft betreiben.

Leonrod

Einwohnerzahl: 190

Westlich von Dietenhofen liegt der wahrscheinlich geschichtsträchtigste und bekannteste Gemeindeteil von Dietenhofen, nämlich Leonrod. Am südwestlichen Ortstrand sieht man die Reste der ehemaligen Wasserburg, nämlich derer von Leonrod, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde, aber 1651 niederbrannte, so dass heute nur noch die "Burgruine" mit ihren Mauerresten steht. Sie befindet sich im Privatbesitz einer Erbengemeinschaft, die auf das Haus von Leonrod zurückgeht. 1327 gestattete der Würzburger Bischof den Bau einer Kapelle beim Wasserschloss. Dieser Kapelle nahm sich dankenswerterweise Frau Martha Maria Seidel aus Nürnberg an, die diese auf eigene Initiative wieder instand setzen ließ. Schräg dahinter steht heute noch das Jägerhaus, das dem 17. Jahrhundert zugeordnet wird. Bereits in den letzten Jahren wurde damit begonnen, die Ruine zu sanieren, um wenigstens die noch bestehenden Mauerreste zu erhalten. Ebenso wurde ein kleiner See vor dem Schloss angelegt. Die bekanntesten von Leonrod waren Wilhelm von Leonrod (Domherr und Domdekan zu Eichstätt von 1405 bis ca. 1420); Sigmund von Leonrod (Domherr zu Eichstätt um 1449) Rudolf Anton von Leonrod (russischer Obrist) Christian von Leonrod (russischer Obristleutnant), Dr. theol. Franz Leopold von Leonrod (Bischof zu Eichstätt von 1867 - 1905) sowie Leopold von Leonrod (Staatsminister der Justiz von 1887 - 1902). Der Ort Leonrod entwickelte sich aus drei ehemals eigenständigen Orten. Das eigentliche Leonrod - 1218 als "lewenrode" erstmals urkundlich erwähnt - war das Dorf bei der Burg. "Heylingsdorff", ca. 1700 erstmals aufgeführt, lag nördlich der Bibert, "Moosdorf" südlich der Bibert. Für Heiligendorf taucht in Urkunden immer wieder die Ortsbezeichnung "Seeligendorff" (1739) auf. Ihr zufolge befand sich in diesem Ort eine eigene Kapelle. So war das heutige Leonrod zeitweise zwei verschiedenen Halsgerichten unterstanden, das südlich der Bibert liegende Leonrod und Moosdorf gehörten nach Ansbach und Heylingsdorf nördlich der Bibert nach Markt Erlbach. Im Laufe der Zeit, als die Orte mehr und mehr zusammenwuchsen, setzte sich dann der gemeinsame Ortsname Leonrod durch. Das ehemalige Moosdorf dürfte sich dort befunden haben, wo das jetzige Gasthaus steht, in deren Gebäude sich bis 1923 eine eigene Brauerei befand.

Methlach

Einwohnerzahl: 5

Der westlichste Gemeindeteil im Methlachgrund besteht aus einer ehemaligen Mühle und einem ehemaligen Wirtshaus, das mittlerweile abgebrochen und durch ein Wohnhaus ersetzt wurde. Das Gebäude der Mühle stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde mittlerweile gründlich renoviert. Politisch gehörte Methlach früher nach Götteldorf, zur Kirchengemeinde aber heute noch nach Rügland.

Mosmühle

Einwohnerzahl: 0

Sie wurde um 1242 erstmals erwähnt als eine Mühle zu Dietenhofen - "die Mühle bei dem Sumpf". Sie dürfte eine der ältesten Gewerbebetriebe von Dietenhofen sein. Man vermutet, dass die Mühle bereits unter Karl dem Großen etwa um das Jahr 800 errichtet worden sei, 1318 wird ein Mühlgrabenstreit zwischen Elisabeth von Dietenhofen und dem Kapitel Ansbach erwähnt, zu dem die Mosmühle vermutlich gehörte. Der alte Taufstein in der St. Andreas-Kirche, im Volksmund "Taufsteinmännla" genannt, trägt folgende Inschrift: "Der Stifter des Taufsteins und des Deckels ist Meister Georg Friedrich Hofmann, Mosmiler 1728". Neben der Getreidemühle wurde Landwirtschaft und eine "Schneidmühle" (Sägemühle) betrieben. Bis zur Gebietsreform Anfang der 70-er Jahre war die Mosmühle der einzige Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen.
Heute befindet sich in unmittelbarer Nähe dieser Mühle die Vereinsanlage des Tennisclubs sowie ein Sporthotel mit Gästehaus.

Münchzell

Einwohnerzahl: 0

Ein Name, der viel verspricht - schon die Inschrift am Hauptgebäude der Einöde weist in die Vergangenheit "Wirtschaft zur Klosterkapelle". Münchzell - Mönchzelle, würde bedeuten, dass der Name auf Mönche und Celle zurückzuführen ist. Die Gründung dieser Klosterzelle soll - nach Adolf Bayer - zurückgehen auf das Salvatorkloster in Spalt, das wiederum bischöfliches Eigenkloster von Regensburg war. Der dortige Bischof hatte bereits um 800 Besitzungen im Bibertgrund. Demgegenüber wird aber auch die Meinung vertreten, dass die Klosterzelle erst durch das Kloster Heilsbronn entstanden sei. Urkundlich erwähnt wurde jedoch "Cella" erstmals 1142; 1148 taucht es als Klosterbesitz von Heilsbronn auf. Seit dem 12. Jahrhundert wurde das Kloster von Heilsbronner Mönchen bewirtschaftet, die, begünstigt durch den Fischreichtum an Haslach und Bibert einen Wirtschaftshof anlegten. Berichte aus dem Jahr 1526 sprechen von einem Schlößlein und einem Kirchlein. Jedoch soll in diesem Zeitraum die Zahl der Mönche im Kloster Heilsbronn stark gesunken sein, so dass die Kapelle in Münchzell aufgegeben wurde. Heute lädt eine Gastwirtschaft mit einem Biergarten die zahlreichen Wanderer zum Verweilen ein. Wer gut zu Fuß ist, sollte die sagenumwobenen Stellen im Wald nordwestlich oberhalb der Einöde aufsuchen, nämlich den "Heidenhügel" (Runenstein) und den "Siebengerichtsplatz".

Neudietenholz

Einwohnerzahl: 2

Bestehend aus einem Einödhof aus dem 18. Jahrhundert. Das Wohnhaus mit Fachwerkobergeschoss musste abgebrochen werden und wurde durch einen Neubau ersetzt. Vor dem Wohnhaus befindet sich noch ein Brunnen, bei dem auf einer der beiden Sandsteinsäulen die Zahl 1757 zu lesen ist.

Neudorf

Einwohnerzahl: 112

"Nuwendorfelin", so wurde Neudorf bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1297 genannt, gehörte seit 1398 zur Herrschaft Leonrod. 1718 sind sechs Familien als brandenburgisch-bayreuthische Untertanen nachzuweisen. Der große Besitz jedoch blieb bei Leonrod. Die von Leonrod errichteten außer der Zehntscheune auch eine Kapelle, die sich an der westlichen Ortsstraßenkreuzung befand, an der Staatsstraße gegenüber dem ehemaligen Amtshaus gelegen. Im 17. Jahrhundert, nachdem die Leonroder vergeblich versucht hatten, hier wieder katholischen Gottesdienst zu halten, wurde sie umfunktioniert zu einem Getreidespeicher und später zu einem Wohnhaus, das 1887 teilweise abgebrochen und 1952 generell zu einer Scheune umgebaut wurde. Noch heute ist eine Mauerecke der alten Kapelle enthalten. Ältere Einwohner Neudorfs erinnern sich daran, dass auch einmal ein Schloss existiert haben soll. Im Jahr 2010 wurde die Ortsumgehung der Staatsstraße und der Kreisstraße nach Dietenhofen fertiggestellt, die den Ort von dem starken Durchgangs- und Schwerlastverkehr komplett entlastet. In den Folgejahren wurden im Rahmen der Dorferneuerung das Abwassersystem komplett saniert sowie Dorferneuerungsmaßnahmen durchgeführt, wo in dessen Zusammenhang auch das Feuerwehrhaus mit großen Eigenleistungen renoviert und umgebaut wurde.

Oberschlauerbach

Einwohnerzahl: 166

"Obern-Slawerspach", so wird das Dorf "zu dem oberen Bach eines Slur" 1334 belegt. Historischen Berichten zu Folge, soll dieser Gemeindeteil von der Pest übermäßig heimgesucht und die Bevölkerung nahezu eliminiert. Der Gemeindeteil der ehemaligen Gemeinde Seubersdorf liegt sehr idyllisch im Tal des Altbaches und lädt zu Wanderungen in seiner waldreichen Umgebung ein. Der Bayerische Jugendverband (EC) e.V. betreibt seit 1955 ein Freizeitheim, das 1965 erweitert wurde. Zahlreiche Jugendliche verbringen hier ihre Ferien.

Rothleiten

Einwohnerzahl: 43

1820 erstmals erwähnt, erfährt der Ort die Deutung "zu den Berghang mit roter Erde". Neben den wenigen Häusern konnte Rothleiten noch ein Gasthaus aufweisen, das Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Auf dem Haussturz befinden sich ein Weinglas und ein Bierkrug, dazwischen eine unleserliche Inschrift. Eine Überlieferung berichtet, dass südlich der Rothleiten eine alte Handelsstraße über Münchzell, Haunoldshofen nach Rosenberg geführt habe. Diese Straße soll, nach jüngeren Bodenfunden, befestigt und ausgebaut gewesen sein. Offensichtlich muss sich in diesem Bereich ein Quartierhof "der rote Hof" befunden haben, wodurch natürlich eine weitere Deutung des Namens auftauchen würde.

Rüdern

Einwohnerzahl: 37

Wie auch Haunoldshofen, Warzfelden und Kleinhabersdorf war es ein Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Kleinhaslach. Als "Rutherin" - die Siedlung bei den Rodern - 1269 erstmals erwähnt, muss Rüdern auch geschichtsträchtigere Zeiten erlebt haben. Laut Pfarrbeschreibung hatte nämlich Rüdern in der Zeit von 1500 - 1723 eine eigene Kapelle. Auch auf dem Kartenausschnitt aus dem 17. Jahrhundert ist neben dem Ort auch das "Capelein" deutlich gekennzeichnet. Befragt man ältere Einwohner Rüderns, wissen diese noch von der Kapelle und weisen auf Mauerreste hinter dem Schäferhof hin. Unmittelbar am nördlichen Ortsrand verlief die ehemalige Landkreisgrenze Ansbach und Neustadt an der Aisch sowie die ehemaligen Grenzen der Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth.

Seubersdorf

Einwohnerzahl: 107

Die Ortsgeschichte von Seubersdorf beginnt mit einer Urkunde aus dem Jahre 1249. In dieser Urkunde nimmt Papst Innozenz IV. das Marienkloster in Heilsbronn in seinen Schutz. Unter anderem ist der Klosterbesitz aufgezählt, indem auch "Sibrechtsdorf" ("zu dem Dorfe eines Sigibrecht") auftaucht. Erst 1532 wird Seubersdorf in der heute ähnlichen Schreibweise "Seuberßdorff" erwähnt. Am nördlichen Ortsrand liegt etwas erhöht die evang. Filialkirche von Dietenhofen St. Maria Magdalena. Ihre Vorgängerin war eine Ortskapelle der Familie Tanneberg. Es ist nicht bekannt, wie viel von dem mittelalterlichen Bau heute noch in der Kirche steckt, jedenfalls erfolgte um 1700 ein durchgreifender Umbau.
Am 04.04.1945 (Weißer Sonntag) erlebte der Ort während der Konfirmationsfeier die schrecklichsten Minuten seiner langen Geschichte. Ein Bombenregen ging wegen der Nähe eines Militärflugplatzes auf den Ort nieder. Unter furchtbarem Dröhnen entledigten sich die Flugzeuge ihrer vernichtenden Last, es wurden 63 Einschläge im Ortsbereich gezählt. Relativ schnell war die ganze Ortschaft, dank des großen Fleißes der Bevölkerung, wieder aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde mit dem Kanalbau begonnen; anschließend soll die Ortsdurchfahrt ausgebaut und mit Hilfe der Dorferneuerung eine Sanierung der gesamten Ortschaft erfolgen. Das alte "Schindelbauer's-Haus" aus Seubersdorf steht als einziges Bauwerk aus dem Gemeindebereich im Bad Windsheimer Freilandmuseum, dessen Besuch sich übrigens lohnt.

Stolzmühle

Einwohnerzahl: 67

Sie wurde 1532 im Zusammenhang mit Ebersdorf erstmals erwähnt. Die Deutung des Namens ist allerdings nicht ganz geklärt. J. Müller geht davon aus, dass die Mühle zunächst keinen eigenen Namen hatte und später nach dem Besitzer benannt wurde, während eine andere Version einen Zusammenhang zu dem naheliegenden Stolzberg sieht. Tatsache ist, dass es sich hier um einen größeren Betrieb gehandelt hat. Sie war Getreidemühle, Sägewerk und diente auch der Stromerzeugung, bis diese dann 1926 vom Fränkischen Überlandwerk übernommen wurde.
In den siebziger Jahren entstand neben der Stolzmühle eine kleine Siedlung.

Warzfelden

Einwohnerzahl: 82

Etwa 2,5 km oberhalb des Zusammenflusses von Methlach und Haslach liegt diese idyllisch eingebettete Ortschaft am Rande des Staatswaldes. Im Jahre 1976 sendete der Bayerische Rundfunk das "Zwölfuhrläuten" von der lieblichen St. Mauritius-Kirche. In dieser Kirche befindet sich übrigens ein Fresko der berühmten Kunstmalerin Maria Beine-Hager. Obwohl Warzfelden erstmals 1281 erwähnt wurde ("Wartesfelden - bei dem Felde des Warto"), liegt nahe, dass seine Entstehung wohl doch weiter zurückreicht. Man nimmt an, dass am Eingang des Methlachtales ein Turmhügel oder ein Wartturm zum Schutz der Bewohner gegen die Einfälle "der Heiden" im 10. Jahrhundert errichtet worden war. Nachdem im Flurnamensverzeichnis Warzfelden die Bezeichnungen "Burkwiese" und "Burhwieslein" auftauchen, darf vermutet werden, dass sich eine Befestigung in Warzfelden befand, auf deren Grundmauern später die Kirche gebaut und dem heiligen Mauritius geweiht wurde. Somit dürften die Grundmauern - und auch evtl. die Entstehung der Kirche - bis ins 10. Jahrhundert zurückgehen. Wie manch andere aus früherer Zeit stammende Kirche, musste auch die St. Mauritius-Kirche des öfteren renoviert werden. 1863 - als der neue Altar errichtet wurde - fand man eine lateinische Urkunde mit der Jahreszahl 1208. Die Frage, ob diese Jahreszahl Erbauung der Kirche, Umbau der Kirche oder Altarweihe meint, wird wohl noch lange offen bleiben. Neben der eigenen Kirche konnte Warzfelden auch mit einer eigenen Schule aufwarten. Sie wird 1732 erstmals erwähnt. Seit 1973 gehen die Warzfeldener Kinder in Dietenhofen zur Schule. Wie in vielen Gemeindeteilen wird auch in Warzfelden nach dem bereits fertig gestellten Kanalbau im Rahmen der Flurbereinigung eine Dorferneuerung durchgeführt. Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt wurden 2014 abgeschlossen.

Walburgswinden

Einwohnerzahl: 3

Diese Einöde ist bekannt als der Scharfrichterhof, weil hier im Mittelalter der Scharfrichter wohnte.  Die erste Erwähnung fällt mit der von Dietenholz (1333) zusammen, der Name bedeutet "zu den Wenden einer Walburg". Heute dient das Fachwerkhaus als Wohnhaus.

Amtsblatt
Bürgerinfoportal
Bürgerbus
Neubürgerinfo
Stellenangebote